trotz (des Regens/dem Regen) 26 Beiträge zur Rechtschreibung von »trotz (des Regens/dem Regen)«:
dativ oder genitiv
heißt es:
trotz dem Regen oder trotz des Regens?
trotz des Regens
strenggenommen ist es nur mit dem Genitiv richtig; "trotz dem Regen" ist umgangssprachlich
Falsch
Falsch.
Genau andersherum.
Strenggenommen ist es nur mit dem Dativ korrekt. "Trotz dem Regen" ist korrekt. Leider hat sich die Verwendung mit Genitiv eingebürgert (steht sogar widerwillig jetzt im Duden). Die eigentliche und korrekte Verwendung mit dem Dativ lässt sich auch noch in den Wendungen "trotz allem" oder "trotzdem" ablesen.
Das gleiche (eigentlich mit Dativ) gilt übrigens für "gemäß", "entsprechend", "entgegen" oder z.B. "nahe".
Also nicht "nahe des Industriegebiets" sondern "nahe dem Industriegebiet".
Richtig
Also ich kenne das genau wie Tobias auf trotz, wegen u.s.w. folgt immer der Genitiv. Dass man dieser Kombination im gesprochenen Deutsch kaum noch hört, liegt an der fehlenden Fähigkeit der meisten Menschen, einen korrekten Genitiv zu bilden.
Dativ ist richtig
Dativ: wem/was -> dem
Genitiv: wessen -> des
Jetzt einfach fragen: Wegen WEM/WAS konnte ich nicht ins Freie? Wegen DEM Regen. Wegen WESSEN konnte ich nicht ins Freie ergibt keinen Sinn, daher auch kein Genitiv.
trotzdem und trotz dem?
Gibt es einen Unterschied in der Schreibweise?
Beispiel 1: "Es war kalt, doch er ging trotzdem ohne Jacke spazieren."
Beispiel 2: "Trotzdem es kalt war, ging er ohne Jacke spazieren."
Meine Frage ist nun nicht, welche Variante besser ist, sondern ob man im Beispiel 2 eventuell "trotz dem" statt "trotzdem" schreiben müsste, weil ja nun die Betonung plötzlich anders ist. Oder wäre auch "trotz dass" möglich?
der Schrekliche
Genetiv ist richtig:
steht in jedem Wörterbuch der dts. Sprache, das ich kenne.
Ursprünglich wurde es allerdings mit dem Dat. verwendet, daher kennt man solche Präpositionen wie "trotzdem",
was auch die Verwendung des "trotz" mit dem Dativ vermuten lässt,
heutzutage ist es aber an Gen. gebunden.
Man möge sich auch belesen, "Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod" kann ich nur wärmstens empfehlen. :)
Um auf die letzte Frage zu antworten: ich denke, "ungeachtet dessen, dass" wäre noch besser.
Grüße
von Mau vor mehr als 3 JahrenGenitiv / Dativ hängt vom Hauptwort ab
Ist das Hauptwort bekleidet, so verwendet man den Genitiv:
Trotz [des] schlechten Wetters fuhr er mit dem Fahrrad.
Ist das Hauptwort unbekleidet, so verwendet man den Dativ:
Trotz Regen fuhr er mit dem Fahrrad.
Mit "unbekleidetem" Hauptwort ist ein Hauptwort gemeint, das weder Artikel noch Attribut mit sich führt.
von schluckspecht vor mehr als 2 Jahrenwegen
ad Roland: Fehler! nach "wegen" folgt auch Genitiv und nicht Dativ!!!
Wegen des Regens!!! und nicht: wegen dem Regen (= umgangssprachlich!! )
TROTZDEM
Den Satz mit TROTZDEM zu beginnen, ist hier (unabhängig von Dativ und Genitiv) falsch.
Richtig muss es heißen:
OBWOHL es kalt war, ging er ohne Jacke spazieren.
"trotzdem" am Satzanfag
"Trotzdem" am Anfang eines Satzes liest man häufiger bei Kafka. Ist also bestimmt nicht falsch, sondern veraltet.
Genitiv
Etwa so:
Der Sohn von meinem Vater sein Bruder ist von mir der Onkel.
Gruss,
Guenther
der Dativ ist dem Genitiv sein Tod...
Lesenswertes Bucht. und wer in der Schule aufgpasst hat, weiß noch, dass auf trotz der 3.Fall folgt. Kein Mensch würde trotzdessen sagen, wir sind uns wohl alle einig, dass es trotzdem heißt ;-)
Schmerz, lass nach!
Wenn man diese Diskussion verfolgt, kommt man aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus. Einer ruft: "Der Duden ist falsch, ICH weiß es besser!", die nächste schmeißt "trotzdem" und "trotz dem" in einen Topf. Der nächste zieht dem Hauptwort die Kleidung aus, der übernächste erfindet die neue Zeitform "Genetiv". Alles Experten. Keiner schaut einfach mal wo nach.
Dann kommt Roland und fragt mit einem Wort, das selbst schon den Genitiv verlangt, nach dem Dativ (wegen). Danach erfindet er die Wortkombination "wegen wessen" und wundert sich, dass das doof klingt. Ist es ja auch; weil hier zwei verschiedene Fragewörter hintereinander gestellt werden. Also mach hier nicht einen auf schlauer Germanist und versuchs mal mit "Weswegen"!
Die Einzige, die meinen Applaus bekommt, ist MonaLisa. Das Wörtchen "obwohl" scheint ebenso aus dem aktiven Wortschatz zu verschwinden wie "denn" - was einfach durch absonderliche "weil"-Gebilde ersetzt wird. "Obwohl" ist aber gut und ein vollwertiger Ersatz für "trotz dass" - was es nicht gibt. Ausnahme: die umgangssprachliche Wendung "Nichtsdestotrotz, dass ...". Aber gut ist das auch nicht.
... wer in der Schule aufgpasst hat, weiß noch, dass auf trotz NUR GANZ SELTEN der 3.Fall folgt ...
Nat, hättest du mal wirklich aufgepasst, dann bräuchtest du uns nicht mit Behauptungen beeindrucken zu wollen!
Nun zur eigentlichen Frage von vor zwei Jahren:
"Trotz Regen" oder "Trotz des Regens" sind beide richtig. Letzteres ist klar. Zumindest nördlich des Weißwurschtäquators steht der Genitiv außer Frage. "Trotz dem Regen" wäre tatsächlich des Dativs Tod. Der Artikel muss raus! Warum ist aber auch das Erste korrekt? "Regen" ist stark gebeugt und steht ohne BeGleiter da. Kein Artikel, kein Attribut. Regen ist in diesem Moment nicht DAS Wasser, sondern ein Zustand (der Luft). Analog gilt: trotz Kälte, Nässe, Nebel ...
Nachtrag
Die Beispiele "Trotz Regen" und "Trotz Kälte" stehen übrigens auch im Duden. Ein Blick hätte die ganze Frage überflüssig gemacht.
Es ist nicht wichtig, ob es sich um Wetterphänomene dreht. Da gibt es auch das Beispiel "Trotz Umbau" - "... bleibt das Geschäft geöffnet", meinetwegen. Es existiert übrigens auch eine Liedzeile: "Und trotz Hunger, Kält' und Kümmernissen stehn zum Handanlegen wir parat." Es würde ziemlich geschraubt klingen, wenn man singen müsste: "Und trotz des Hungers, der Kälte und unseren Kümmernissen ..." Falsch wäre es allerdings nicht.
Falsch hingegen sind: "Trotz Umbaus" oder "Trotz Regens". Entweder echt verkürzt im Dativ oder ganz ausführlich im Genitiv, kein Mischmasch.
Damit dürfte diese Frage nun abgehakt sein.
@Guenther
Der Sohn von deinem Vater sein Bruder ist von dir dein Cousin, der Bruder von deinem Vater ist dein Onkel.
Vielleicht ein Weg zum generellen Verstehen
[justify]Nun, ich mag diesen Vorwurfscharakter nicht, der sich hier entwickelt hat. Sprachwissenschaft ist grundsätzlich nur deskriptiv (beschreibend) und nicht normativ (vorschreibend). Der Duden ist nicht immer das non plus ultra, ich empfehle generell auch öfters mal in den Eisenberg. Dem Genitiv hängt in der Regel ein possesiver Charakter an, er sagt also eher etwas über "Besitzverhältnisse" aus (vgl. "der Mantel des alten Mannes"; "Die Angst des Tormanns"). Wenn man den Genitiv so fasst, dann hat man eine relativ hohe Trefferquote bei der "Rechtschreibung" von Duden, Eisenberg etc.[/justify]
Nachfrage @Dativs Tod
Danke für die guten Erklärungen... man schlägt natürlich lieber das Internet auf, als Duden & co. ... ;)
Nachfrage: muss es trotzdem heissen "trotz flutartigen Regens", wenn man verkürzen möchte, aber ein Adjektiv dazwischen setzen will? Oder gäbe es noch weitere richtige Möglichkeiten, um diese und ähnliche Kombinationen mithilfe des Dativs oder mit anderen Endungen zu formulieren?
"Wegen wessen?" ist sehr wohl korrekt
"Weswegen?" gilt nur für Objekte und nicht für Personen.
"Wegen wessen?" kann jedoch immer benutzt werden, da es beim Genetiv wie beim Dativ keine Unterscheidung zwischen Objekt und Person gibt. "wegen" ist auch kein Fragewort, sondern eine Präposition.
Statt "Wegen wessen?" kann man bei Personen auch noch "Wessentwegen?" benutzen.
Das ist FALSCH:
Weswegen bleibst du zuhause? - Wegen meiner Mutter.
Wessentwegen bleibst du zuhause? - Wegen des Hagels.
Das ist RICHTIG:
Wegen wessen bleibst du zuhause? - Wegen meiner Mutter.
Wegen wessen bleibst du zuhause? - Wegen des Hagels.
Weswegen bleibst du zuhause? - Wegen des Hagels.
Wessentwegen bleibst du zuhause? - Wegen meiner Mutter.
"Zu wem?" wäre ein Parallelfall zu "Wegen wessen?".
"Wozu?" als zusammengesetzes Fragewort wäre ein Parallelfall zu "Weswegen?" und könnte man wieder nur bei Objekten und nicht bei Personen benutzen.
Beim Nominativ und Akkusativ gibt es keine universale Frage, da muss man z.B. bei Personen "Auf wen?" und bei Objekten "Auf was?" oder "Worauf?" benutzen.
Ich bin bei Wörtern wie "trotz" und "wegen" wie der Duden offen für Dativ und Genetiv, benutze aber selbst lieber den Genetiv, weil er, wie ich finde, schöner klingt.
Wienerischfan
Schönes Zitat zum Nachdenken: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Wie heißt es richtig? Bitte um keine Belehrungen für mich, ich weiß es! Das eine oder andere Beispiel für von Ästheten empfundene Sprachvergewaltigungen:
- "Wem sein Auto ist das?" umgangssprachlich vielleicht gerade noch tolerierbar, aber klingt es nicht einfach schöner zu sagen "Wessen Auto ist das?"
- "Die Frau von meinem Freund" kann man durchgehen lassen, doch wird man bei einer Deutscharbeit - sofern der Lehrer nicht selbst ein Schreibbanause ist -, eine rote Wellenlinie darunter erhalten. Denn Menschen, die mit der deutschen Sprache pfleglich umgehen, sagen selbstverständlich "Die Frau meines Freundes".
- Siehe oben: "Der Sohn von meinem Vater sein Bruder ist von mir der Onkel". Pfui Teufel! Verwirrend, dafür aber falsch! Richtig: "Der Sohn des Bruders meines Vaters ist mein Onkel" oder noch besser: "Mein Onkel ist der Bruder meines Vaters"
von ibindes vor 1 Jahr
Trotz mit Dativ
Die Variante mit dem Dativ ist im Süddeutschen gebräuchlich... ich musste mich zuerst daran gewöhnen, denn ich bin Norddeutscher. Wer also nach Baden-Württemberg oder in die deutschsprachige Schweiz fährt wird "trotz dem Regen hören" und lesen...
Weißwurstäquator? Nicht ganz.
Soweit müssen Sie nicht runter. Im Ruhrgebiet wird im Alltag auch
"trotz dem Regen" gesagt.
Trotzige Verwandtschaftsverhältnisse
Seit der Rechtschreibreform sind nach "trotz" sowohl Genitiv als auch Dativ zulässig. Gebräuchlich ist der Dativ v.a. in Süddeutschland, der Schweiz und bei uns in Österreich. Auch hier nachzulesen:
http://www.duden.de/rechtschreibung/trotz
trotz dem regen!
natürlich gibt es "trotz dem Regen" auch.
Nur ist das der Imperativ und steht daher in einer ganz anderen Bedeutung.
"Trotz des Regens gingen wir spazieren"
aber
"Trotz´ dem Regen! Geh´ doch raus!"
trotzDEM! - Einfach mal ein wenig nachdenken!
Den Duden würde ich nicht für voll nehmen, der führt z.B. seit Jahren das schräge Wort "lohnenswert". Das zeigt deutlich, dass die dort nicht darüber nachdenken, was sie aufnehmen. Wie sie auch bei der "Rechtschreibreform" nichts zu Ende gedacht haben. Aber jeder einzelne von uns kann für sich selbst darüber nachdenken, was er so schreibt und spricht.
"Trotz" wird natürlich mit dem Dativ gebildet, denn wir können nur DEM Wetter trotzen oder DEM Untergang der deutschen Sprache - darum heißt es ja auch "trotzDEM", und daran ändert auch die Tagesschau nichts, wenn sie bisweilen die hochkreative Neuschöpfung "trotzdessen" verwendet. Aber dank Tagesschau wird sich "trotzdessen" in der nächsten Auflage des Duden finden, wohingegen "trotzdem" darin wahrscheinlich auf "altfränkisch" oder "umgangssprachlich" zurückgestuft und mit einem Warndreieck versehen sein wird. Ab ins Altpapier mit dem Bockmist! Stattdessen empfehle ich z.B. einen guterhaltenen Wahrig aus den 80er-Jahren.
Genauso klar ist der Fall bei "entsprechend": mit Dativ natürlich, denn WEM entspricht diese überhebliche Ignoranz? DEM Duden, und nicht des Dudens!
"Entgegen", "nahe", "dank" usw., das alles wird natürlich mit dem Dativ gebildet! Denn WEM gehe ich entgegen? WEM stehe ich nahe? WEM habe ich zu danken? Gott sei Dank (was man im übrigen ernst meinen sollte, wenn man es sagt), und nicht Gottes.
Einfach öfter mal darüber nachdenken, woher ein Wort kommt bzw. was ein Wort bedeutet, bevor man es benutzt ...
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